In der letzten Woche wurden unsere Nerven einmal wieder auf eine harte Probe gestellt. Ein Hacker-Angriff hat in über 150 Ländern seine Spuren hinterlassen. Die Computer vieler Firmen, Behörden, KMU´s und von Selbstständigen Personen, wurden angegriffen.

Selbstständige, KMU´s und größere Unternehmen, wir alle sind betroffen

Ein weltweiter Hacker Angriff fand statt. Jetzt stellt sich die Frage, wie wichtig sind Ihnen Ihre Daten?

Was ist eigentlich passiert? Der Cyber Angriff durch Wannacry legte in über 150 Ländern die Rechner lahm. Darunter waren, wie in den Medien berichtet, die IT in Krankenhäusern in Großbritannien, der Versanddienst Fed-Ex in den USA, Renault in Frankreich und die Deutsche Bahn in Deutschland.

Offenbar wurden in vielen IT-Abteilungen die Betriebssysteme der Computer nicht aktualisiert und boten somit einem Hacker-Angriff eine offene Türe ins System. Diese Sicherheitslücke wurde schon in einem Update von Microsoft geschlossen. Ist das Problem also selbst gemacht?

Das Business-Modell der Hacker wächst und wir wachsen nicht mit?

Offensichtlich ist es so. Wie gehen Sie mit Ihrer Datensicherheit um? Haben Sie einen Plan den Sie regelmäßig verfolgen? Oder haben Sie einen Prozess etabliert?

  • Überprüfen Sie ob Ihr Betriebssystem auf dem neuesten Stand ist und stellen Sie das Update auf automatisch.
  • Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig auf eine externe Festplatte, einen Server oder Webspace.
  • Überprüfen Sie Ihren Computer regelmäßig auf Viren und Trojaner.
  • Ändern Sie regelmäßig Ihre Passwörter.

Das schlimmste ist sicherlich, gar nichts zu machen oder Updates, als zu gering zu betrachten.

Wen hat es getroffen?

Es sind tatsächlich auch die Großen dabei, wie sich in dieser Woche zeigte. In Frankreich schickte Renault seine 3500 Mitarbeiter wieder nach Hause, wie der Spiegel Online berichtete.

Die Deutsche Bahn war ebenfalls betroffen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn gab bekannt, dass Ticketautomaten und Anzeigetafeln ausgefallen waren. Dann wurde bei Quarks & Co. berichtet, das bei der Deutschen Bahn immer noch mit Windows XP gearbeitet wird.

Viele Fehlerquellen sind selbst gemacht

Ich sprach in den letzten Tagen mit einigen Personen die selbst auf Ihre Technik achten, sowie auch mit IT-Leuten in kleinen und mittleren Firmen, mit denen ich zusammen arbeite. Denn es kann jeden erwischen. Natürlich ist es auch so, das ein guter IT-Plan durch einen Angriff durchkreuzt werden kann. Leichtsinniger ist jedoch, gar nichts oder zu wenig zu tun.

Natürlich ist nicht möglich, jede Lücke zu stopfen und jeden Virus zu stoppen. Dazu sind wir täglich zu vielen Angriffen ausgesetzt. Laut dznet.de soll es täglich bis zu 30 neue Viren geben. Heise online berichtet von 390.000 Schadprogrammen täglich. Allerdings ist das alles nichts neues, denn seit Jahren wird darüber berichtet.

Für viele war es dann allerdings doch eine Überraschung

Durch einen Freund erfuhr ich, dass ein Autohaus in dem er Kunde ist, ebenfalls betroffen sei. Das Autohaus kann nicht ausliefern, keine Zahlungen tätigen und keine Auszahlungen mehr veranlassen.

Was das alles kostet. Wer heutzutage seine Updates nicht regelmäßig durchführt, keine regelmäßigen Backups macht und seine Anti-Viren-Software nicht regelmäßig benutzt, handelt fahrlässig.

Wenn selbständige Unternehmer hier keinen Plan haben, kostet das schnell die Existenz. Doch auch für KMU´s, kleine oder mittlere Unternehmen, kann es schnell an die Existenz gehen und sehr viel Geld kosten. Sind die Daten erst einmal gesperrt oder zerstört, ist es zu spät.

Doch wie können wir uns schützen?

Eine erste Hilfe bietet der Service von eco dem Verband der Internetwirtschaft e. V. Hier finden Sie viele nützliche Tipps und Hilfe. eco ist seit 1995 maßgeblich an der Gestaltung des Internets beteiligt und zählt über 1000 Mitgliedsunternehmen.

Als Selbstständiger Unternehmer müssen Sie sich selbst, mit Ihrer IT befassen

Ja und Sie sollten unbedingt einen Profi kennen, der Sie dann unterstützt, wenn Ihr Wissen endet. Für KMU´s gilt, mindestens eine IT Person im Haus zu haben. Wie wir allerdings sehen, reicht das alleine nicht aus. Was ist also noch genauso wichtig?

Die IT braucht zum einen ein Budget um ein Unternehmen abzusichern. Was hier allerdings noch mitwirkt ist, die IT-Person muss unbedingt in der Lage sein, sich gegen eine andere starke Meinung, durchzusetzen. Denn falls an einer höheren Stelle beschlossen wird, aus Kostengründen auf neue Technik oder Software zu verzichten, muss der IT-Leiter oder die IT-Leiterin dagegen halten können. Er oder Sie braucht Durchsetzungsvermögen. Eine große innere Stärke ist genauso wichtig, wenn nicht wichtiger, sich genau dann durchzusetzen, wenn die Dinge an anderer Stelle anders bewertet werden.

Was können Sie als Selbstständiger Unternehmer tun?

Meine persönliche Empfehlung ist, sichern Sie Ihre Daten regelmäßig, installieren Sie eine gute Internet-Security Software und ändern Sie regelmäßig Ihre Passwörter. Hier finden Sie einen sehr guten Artikel bei Quarks & Co. zu Passwörtern.

Die Datensicherung funktioniert bei mir, mit Acronis und einer externen Festplatte. Acronis ist eine leicht zu bedienende Software zur Datensicherung. Sie können einfach und unkompliziert, mehrere Stände sichern und wieder zurück spielen.

Was allerdings generell durch ein Backup nicht verhindert werden kann ist, dass ein Trojaner möglicherweise vorher schon die Daten verschlüsseln konnte. Somit wären die Daten dann im Backup auch verschlüsselt.

Daher arbeiten Sie mit einer guten Internet-Security-Software. Ich nutze Kaspersky Internet Security was für 1-3 Geräte erhältlich ist. Für Windows und Mac. Die Software hat außerdem eine Abo-Funktion, mit der man seinen Kauf alle zwei Jahre erneuern kann. Kaspersky Internet Security wird täglich mit neuen Sicherheit-Updates versorgt. Und genauso wichtig, ändern Sie regelmäßig Ihre Passwörter.

Wie kommen Schad-Programme auf unsere Computer?

Ein gutes Einfallstor ist über Email. Ein Sprecher von Renault gab in den Medien an, dass vor der Weiterarbeit im Unternehmen, aus Sicherheitsgründen zuerst die Email-Accounts überprüft werden. Wird ein Email einmal angeklickt, ohne auf den Absender zu achten, kann es schon passiert sein. Wenn Sie Ihren Rechner nicht schützen, geht das schnell. In vielen Emails können Tippfehler auf einen unseriösen Absender hinweisen. Angehängte Bilder und enthaltene Links können Schad-Programme enthalten. Achten Sie auf den Absender und öffnen Sie kein Email von unbekannten Absendern, Gewinnversprechen oder eine Bestellbestätigung von Winterreifen, die Sie gar nicht geordert haben.

Ein wichtiger Tipp:

  • Richten Sie sich eine extra Emailadresse für Online-Bestellungen ein.
  • Benutzen Sie diese Emailadresse auch für Newsletter Abo´s.
  • Trennen Sie Ihre Bestellungen und Newsletter, von Ihrer Geschäfts-Emailadresse.

Bestellungen die wir im Internet machen, Eingabefelder in Formularen, (at)-Zeichen auf der Webseite, können von Anderen abgegriffen werden. Ein wenig mehr Aufmerksamkeit kann hier schon einiges abfedern.

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